Supershortstory
Der Auerochsenfall – eine Fantasy Supershortstory auf A6
Die Kurzgeschichte „Der Auerochsenfall“ wurde im Faun Magazin veröffentlicht! Erstmals ist damit eine Supershortstory von mir in einem Fantasy-Magazin erschienen – und so viel kann ich sagen:
Es ist super öd. Im Ernst.
Wenn du es trotzdem wagen willst – In der Ausgabe Nr. 6 / April 2026 kannst du dich mit Lea, Valerius und einem Auerochsen auf die Reise quer durch die Jahrtausende begeben.
Valerius fluchte und kickte so heftig einen Stein weg, dass seine Tunika ihn fast zu Fall gebracht hätte. Der Auerochse, auf den er Pfeil und Bogen angesetzt hatte, war zu Tode erschrocken, hatte die Nüstern gebläht, und war davongaloppiert. Valerius war es nicht anders ergangen, denn zuvor hatte ein Geräusch die Abenddämmerung zerrissen – ein unbeschreiblicher Schrei, kreischend, nicht von dieser Welt. Die Sonne senkte sich und Nebel kroch aus den Ritzen des Waldes. Valerius trat auf die Lichtung, ging an der Stelle in die Hocke, an der das Vieh gegrast hatte, grub seine Finger in den Boden. Es war seine Heimaterde, er liebte ihren Odor. Bald musste er sie verlassen.
Lea fühlte sich benebelt. Vielleicht war doch mehr Restalkohol in ihrem Blut als sie dachte. Sie brauchte frische Luft, also stieg sie aus. Ein schönes Wochenende mit Freundinnen lag hinter ihr, das hatten sie Lea zum 55. Geburtstag geschenkt. In Oed-Oehling hatten sie sich die Öhlung gegeben – in der Mostelleria, wo es Whisky und den weltbesten Wodka gab. Wodka. Whisky. Die Wörter bedeuteten Wässerchen, Wasser des Lebens. Im Moment fühlte Lea sich alles andere als vital. Ja, sie war nicht mehr die Jüngste, wobei ihr die Leute so oft bestätigten, dass sie viel jünger aussah, dass sie es glaubte. Sie hatte sich letzten Sommer ein SUP zugelegt, vor zwei Monaten diesen SUV, war gerade dabei, ihren POV zu überdenken – weil sie noch lange nicht zum alten Eisen gehörte und bei den Social Media voll dabei war. Senil war sie noch lange nicht! Sie war überzeugt gewesen, gleich mit voller Wucht ein Rindvieh zu rammen. Ein Blitz schlug ganz in der Nähe ein. Da braute sich was zusammen.
Dumme Kuh! Das hier ist nicht das Ende der Welt.
Handschrift & Illustrationen von Julia Reichart, Roland Reichart, Johannes Mock.
Das Faun Magazin hat seine Homebase wie ich in Klosterneuburg, wird in echter Handarbeit hergestellt – mit viel Liebe zum Detail.
für diese Gelegenheit!
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